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Otto Wohnzimmer Ideen

Die Wittelsbacher stellten einst den König von Griechenland. Im EM-Gespräch erklärt Prinz Ludwig von Bayern, wie er zu König Otto steht und zu Rehhagel, was er vom Tribünengast Merkel hält und wie er selbst beim Fußball mitfiebert

AZ: Eure königliche Hoheit – so lautet ja die protokollarisch richtige Anrede – was verbinden Sie denn mit den Worten: „Griechenland, mein Griechenland, mein liebes Griechenland”?

PRINZ LUDWIG VON BAYERN: Das sind die letzten Worte von König Otto, Griechenlands erstem König, mit dem mich vor allem eines verbindet: Verwandtschaft. Er war mein Ur-Ur-Ur-Großonkel.

Ein Bayer als Griechen-König, das müssen Sie erklären.

Griechenland war lange unter osmanischer Herrschaft und hatte dann einen langen Unabhängigkeitskampf, den man mit Hilfe europäischer Griechenlandfreunde gewonnen hat. Man wollte einen neuen Staat aufbauen, und konnte sich das 1832, ohne König nicht vorstellen. Ottos Vater, König Ludwig I., war ein großer Hellenist, der viele griechisch anmutende Gebäude in München erschaffen hat. Wenn man am Königsplatz steht, dann denkt man ja fast, man wäre im antiken Griechenland. Und so fand man, dass man in seinem Sohn den Richtigen gefunden hat.

Er war 16 Jahre jung.

Ja, aber er hat anfangs mit einem Regentschaftsrat regiert. Er hat viele grundlegende Strukturen für den Staat geschaffen. Und Griechenland lag König Otto wirklich sehr am Herzen. Er hat Griechenland geliebt.

Die Wittelsbacher haben damals Griechenland vor dem Bankrott gerettet…

Das Land musste komplett aufgebaut werden. Das war ein großes Unterfangen, bei dem die Wittelsbacher halfen.

Und jetzt kommt es bei der Fußball-EM im Viertelfinale ausgerechnet zu dem Duell Deutschland – Griechenland. Das traditionell gute Verhältnis hat ja zuletzt sehr gelitten, weil nicht wenige Griechen den Deutschen vorwerfen, ihnen das radikale Sparpaket aufgezwängt zu haben.

Das Spiel kommt sicher in einer schwierigen Phase, aber das ist eben manchmal Schicksal. Wir haben aber in den letzten Tagen durch die Wahl in Griechenland gesehen, wie die Hellenen einen wichtigen Schritt auf Europa und damit auch Deutschland zugemacht haben. Das war ein Signal: Wir gehören dazu. Die Partie ist sicher Chance, aber auch Gefahr zugleich. Man sollte sich an einem alten griechischen Ideal orientieren. Eine der grundlegenden Ideen ist ja, dass der Sport eine friedliche Sache ist. Die Olympischen Spiele waren ja eine Zeit des Friedens. Vielleicht können wir ein bisschen Versöhnung durch den Sport schaffen, auch im Fußball.

Für die Griechen geht es aber gegen das Team von Oberfan Bundeskanzlerin Angela Merkel – die sich nun auch entscheiden hat, live im Stadion dabei zu sein…

Ich finde das sehr gut und auf gewisse Weise auch mutig. Man zeigt, dass man sich bei allen Schwierigkeiten auch schätzt und achtet. Ich hoffe, wir werden nicht nur ein schönes Spiel sehen, sondern auch schöne Szenen auf der Tribüne zwischen deutschen und griechischen Politikern.

Was wünschen Sie sich für das EM-Viertelfinale Deutschland – Griechenland?

Ich wünsche mir ein gutes Spiel. Es wäre vielleicht gut, wenn die Deutschen die Griechen nicht demütigen würden. Ein 2:1 für uns und in der Mitte des Spiels viel Spannung, das wäre am schönsten.

Sie sprachen über König Otto – die meisten Fußball-Fans denken dabei nicht an den historischen König, sondern an Otto Rehhagel, der die Griechen 2004 zum Titel führte.

Das sind die kleinen Streiche, die einem die Geschichte so manchmal spielt, dass Herr Rehhagel auch Otto heißt. Das war ein witziger Zufall. Wie König Otto hatte er seine Hochphase und dann ebenso schwierige Zeiten durchzustehen. In seiner Hochphase hatte er es sicher verdient, gefeiert zu werden. Ich fand es toll, wie die Deutschen damals mitgefeiert haben. Das war Völkerverständigung.

Was sagen Sie überhaupt dazu, dass der Sport dazu neigt, sich royal zu geben. König Fußball, König Otto, Kaiser Franz, Prinz Poldi…

In der deutschen Sprache war die Monarchie sehr lange präsent. Die Worte sind hängengeblieben und zeigen stets ein gewisses Maß an Hochachtung, das man etwas entgegenbringt. Ich habe damit kein Problem. Es gibt ja auch im Sport keinen König Ludwig. Aber es gibt einen, dem das regelmäßig passiert, Prinz Leopold, der in der Familie auch Poldi genannt wird und der ja auch Rennfahrer ist. Da gibt es immer wieder witzige Verwirrungen.

Und Kaiser Franz?

Da müssten Sie eigentlich die Habsburger fragen, Kaiser haben wir Wittelsbacher nicht viele gestellt und Franz hieß keiner davon. Aber ich glaube, Beckenbauer trägt seinen Titel nicht zu Unrecht.

Fußball gilt ja nicht unbedingt als Sport des Adels. Wie sieht es um Ihre eigene Karriere aus?

Ich habe den Sport sehr gerne, auch wenn ich nie im Verein war. Aber ich habe in der Schule, auf dem Bolzplatz oder in der Studentenzeit immer gerne gespielt.Ich würde mich aber nicht als großes Talent bezeichnen.

Ihre Lieblingsposition?

Das hat gewechselt. Letztlich im Sturm, da kann ich mehr abräumen. Ich laufe sehr gerne viel. Da habe ich sicher das eine oder andere Mal den Torwart auch im Stich gelassen, weil ich zu offensiv war.

Ihr Lieblingsspieler?

Es gibt Spieler, die man als Akteur bewundert. Dazu gehört Mario Gomez. Aber ich finde es auch gut, wenn man die Spieler nicht nur als Sportler betrachtet, sondern auch als Menschen. Da bin ich sehr stolz, dass wir Münchner einen Philipp Lahm haben. Ich bin mir sicher, der wird auch nach der aktiven Karriere eine große Rolle spielen. Ich denke, er hat das Potenzial mal in die Fußstapfen von Beckenbauer zu treten. Er leistet mit seiner Stiftung in Afrika, wo ich mich selber engagiere, hervorragende Arbeit.

Und er ist in Gern, in Sichtweite des Schlosses aufgewachsen.

Dann muss man ihn wohl mal zur Schlossführung einladen.

Wie muss man sich Prinz Ludwig im Stadion vorstellen?

Ich bin da nicht weniger engagiert als andere. Was ich aber nicht mag, sind diese Logenplätze. Ich mag es nicht, durch Scheiben zu schauen, hinter denen sich ein Wohnzimmer mit Sofaecke verbirgt. Da kann man gleich zu Hause bleiben. Ich mag es lieber rustikal. Richtig in der Kurve, das ist doch, was die Stimmung ausmacht. Logenplätze sind für mich nicht die besten Plätze.

Können Sie dann auch richtig schimpfen und sich über den Schiedsrichter aufregen?

Man lässt sich schon mal von der Stimmung mitreißen – und ich habe gern gute Stimmung, ja.

Ihr Namensvetter und Verwandter Ludwig II. ist immer noch einer der populärsten Bayern überhaupt. Wie stehen Sie zu ihm?

Er ist der Wittelsbacher, der es ein bisschen in die Popkultur geschafft hat. Und das eher unfreiwillig, als freiwillig. Er war ja eigentlich jemand, der eher in seiner eigenen Welt gelebt hat und in keiner Weise darauf hingearbeitet hat, dass so ein Kult um ihn herum gemacht wurde und wird. Aber er ist für uns Bayern so eine Identifikationsfigur und ich bin ihm sehr zugetan. Die große Liebe, die ihm von den Bayern immer noch entgegengebracht wird, ist sicher eine Sache, die uns eint – und auch zu Bayern macht.

Seine Homosexualität ist heute ein offenes Geheimnis. Wie erstaunt sind Sie, dass heute, 126 Jahre nach König Ludwigs Tod, Fußballer immer noch ein Versteckspiel um ihre Neigungen machen müssen?

Das ist eine sehr komplexe Frage, bei der ich kein Experte bin. Ein Gedanke, den ich dazu beitragen kann und will, ist, dass man eigentlich an eine Gesellschaft den Anspruch stellen sollte, immer toleranter zu werden. Das ist im Fußball vielleicht noch schwieriger, denn viele Spieler sind Wandervögel, das heißt, die Gesellschaft müsste sich nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa ändern, damit sie in Ruhe und unbehelligt ihrem Beruf nach gehen können. Aber ich finde gut, dass das Thema angegangen wird. Es ist ein gesellschaftlicher Prozess, der da im Gange ist.

Immerhin kann heute der Außenminister offen homosexuell sein. Das war vor kurzem noch undenkbar.

Und immer wieder wird das Undenkbare doch möglich. Ich habe das Vertrauen in die Menschen.

Bis vor kurzem war es auch undenkbar, dass sich Deutschland in Schwarz-rot-Gold präsentiert und feiert. Dafür war lange die Beklemmung zu groß.

Nach der Heim-WM 2006 habe ich von der Beklemmung nichts mehr gespürt. Es war sicher das historische Erbe Deutschlands, dass man sich für eine gewisse Zeit nicht mit Flaggen und nationalen Symbolen schmücken wollte. Das war auch sicher richtig und angebracht. Trotzdem freut mich die Entwicklung von 2006. Ohne den Fußball wäre die unverkrampfte Freude an Schwarz-Rot-Gold nicht aufgekommen wie wir sie in Bayern an Weiß-Blau haben. Ich denke, der Fußball schweißt uns auch zusammen. Und da kommen wir zum Olympischen Friedensgedanken zurück. Im Zuge der immer weitergehenden Evolution kommen wir immer mehr dazu, dass wir Auseinandersetzungen nicht mehr mit Waffen, sondern Sportgeräten austragen.

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