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Galerie Wohnzimmer Ideen

Das Wohnzimmer ist an diesem Tag ihre Galerie: Luitgard Möschle hat auf dem Sofa ihre Werke aus Stoff ausgebreitet, die Fächer des Wohnzimmerschranks quellen davon über. Ich bin erstaunt, was man mit Textilien alles machen kann. Und welche Verfahren es gibt: Thermo-Fax-Sieb, Fotodruck, übermalte Quilts, Konturarbeit mit Sticken, Linoldruck, Zick-Zack-Stick. Und dann erst die Farbe. Das ist wirklich eine sehr komplexe Kunst.

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Modernes Haus innen mit Galerie & Kamin, Wohnzimmer offen mit

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Welche Kunst üben Sie zurzeit aus?

Luitgard Möschle: Textilkunst.

Beschreiben Sie kurz  Ihr Atelier. Wo liegt es?

Möschle: Ich habe ein kleines Zimmer, in welchem unter anderem ein Teil meiner Regale mit Stoffen und üblichem Handwerkszeug belegt ist, ein Zuschneidetisch sowie meine Nähmaschine stehen. Im Keller habe ich in der Waschküche mein »Färbeatelier«, wie einen Tisch zum Bedrucken und Bemalen meiner Stoffe. Stoffe, die ich roste, bleiben in Bottichen vor allen Dingen im Sommer liegen und rosten vor sich hin.

Gab es ein Schlüsselerlebnis, das Sie zur Künstlerin werden ließ?

Möschle: Ich habe die Liebe zu Stoffen schon von Kindesbeinen von meiner Oma übernommen. Ich mag die Haptik, das Begreifen derselben und letztendlich das Nähen selbst.

Welche Künstler inspirieren Sie? Warum?

Möschle: Gabriele Münter, Paul Klee, August Macke wegen der Farben, Andy Warhol wegen seinen Siebdrucken, Hannah Höch mit ihren Collagen.

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Welche Werke der Kunstgeschichte hätten Sie gerne selbst geschaffen?

Möschle: Die Collagen von Hannah Höch, die Siebdrucke von Andy Warhol.

Manche Ideen werden spontan umgesetzt

Wie oft sind Sie in der Woche künstlerisch tätig?

Möschle: Ich mache Textilkunst  – möglichst jeden Tag. 

Wie lange brauchen Sie durchschnittlich für ein Werk?

Möschle: Das ist ziemlich unterschiedlich, kommt auf die Zeit an, die ich dafür habe. Meistens habe ich in Gedanken schon vorgeplant. Wenn ich das Thema gedanklich »durch« habe und die Idee an sich »klar« ist, fange ich an. Allerdings ist das schwer zu sagen, denn meistens habe ich mehrere Projekte nebeneinander laufen.

Wie lange planen Sie es – oder arbeiten Sie spontan?

Möschle: Auch das kommt ganz darauf an. Manche Ideen trage ich lange in Gedanken mit mir herum. Und manche setze ich ganz spontan um. 

Was ist Ihr Lieblingsmaterial?

Möschle: Stoffe – natürlich! Und dann gehe ich an die Oberflächengestaltung mit Fäden, Garnen und Farben. Ich fertige mir Siebe für den Druck, bemale oft meine Stoffe und beginne dann, mit der Nähmaschine zu Sticken, Quilten, frei, ohne Vorlagen. Ich verwende vieles, was mir unter die Nadel kommt und sich festnähen lässt. Oder ich beginne, Dinge mit Stickgarnen festzunähen auf dem Quilt. Durch die Einlage zwischen dem Top und der Rückseite, was einen Quilt ausmacht, entsteht diese Haptik, die Dreidimensionalität. Erst durch dieses Quilten/Maschinenstickerei entsteht diese. Sie verändert die ursprüngliche Arbeit sehr. Das Quilten letztendlich ist für mich die Seele einer Arbeit. Man kann damit etwas besonders betonen oder in den Hintergrund rücken. 

Wohin wollen Sie mit Ihrer Kunst noch kommen?

Textilkunst verdient Beachtung

Möschle: Ich habe für mich selbst kein Ziel. Ich habe eine Idee oder ich spiele mit den Farben der Stoffe. Sortiere, nähe zusammen, zerschneide und ordne neu. Es ist für mich jeden Tag ein Ausprobieren: Kann ich das, gelingt es mir? Was ist noch möglich? Der Weg ist das Ziel. Für die Textilkunst wünsche ich mir, dass sie den Stellenwert erhält, den sie unbedingt verdient hat: in Galerien und Museen zu landenn, letztendlich gleichwertig einen Stand zu erreichen und nicht nur im Stillen ein Dasein führt und nur von einigen Insidern Beachtung findet.

Ist Ihre Kunst kommunikativ? Wie?

Möschle: Kunst ist immer kommunikativ – auch wenn sie textil ist. 

Weshalb ist Kunst für eine Gesellschaft wichtig?

Möschle: Schwer zu sagen. Für mich selbst ist Kunst überhaupt wichtig, egal, welche Richtung sie vorgibt. Es ist für mich unbedingt ein Ausgleich und ein Muss. Begründen kann ich das nicht, es ist einfach so. Kunst in allen Formen ist für mich Kultur an sich.

Ihre Vision: Wie sieht die Kunstrichtung, in der Sie arbeiten, in 20 Jahren aus?

Möschle: Wie gesagt, wünsche ich der Textilkunst den Stellenwert, den sie sich unbedingt verdient hat: Gleichwertig mit allen anderen Kunstrichtungen betrachtet und beachtet zu werden. In Galerien und Museen an sich vertreten zu sein, immer!

Wie fühlen Sie sich in Ihrem Heimatort als Künstlerin angenommen?

Möschle: Ich fühle mich sehr gut angenommen.

Was schenkt Ihnen die Kunst?

Möschle: Glück, Zufriedenheit, Freiheit.

NÄCHSTEN Samstag: Der Schutterwälder Hanns-Peter Schöbel. Unsere Serie »Künstlergespräche« erscheint jeden Mittwoch und Samstag.

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